Die betriebswirtschaftlichen Grundlagen, auf denen der Kurs aufbaut. Und warum klassische Stundenabrechnung für viele Freelancer strukturell problematisch ist.
Betriebswirtschaftliche Kostenrechnung unterscheidet zwischen dem, was eine Leistung kostet, und dem, was dafür berechnet wird. Für Angestellte übernimmt ein Arbeitgeber einen Großteil der Nebenkosten. Selbstständige tragen diese vollständig selbst.
Eine realistische Stundenkalkulation berücksichtigt neben dem Nettolohnwunsch auch Krankenversicherungsbeiträge, Altersvorsorgeaufwendungen, Betriebskosten wie Software und Büro, Akquisezeiten, die nicht abrechenbar sind, und geplante Urlaubs- sowie Krankheitstage.
Werden diese Faktoren nicht eingerechnet, entsteht ein Stundensatz, der zwar als Zahl stimmt, aber die tatsächlichen Kosten des Selbstständigseins nicht abdeckt.
Für sozialversicherungspflichtige Angestellte teilt sich der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf. Selbstständige zahlen den vollen Beitrag allein.
Hinzu kommt die Altersvorsorge. Ohne gesetzliche Rentenversicherungspflicht ist jeder Soloselbstständige selbst verantwortlich, eine ausreichende Vorsorge aufzubauen. Diese monatliche Belastung muss im Stundensatz enthalten sein, damit sie tatsächlich geleistet werden kann.
Der Kurs rechnet diese Positionen konkret durch, sodass jeder Teilnehmende seinen persönlichen Mindest-Stundensatz kennt.
Die Vollkostenrechnung liefert die betriebswirtschaftliche Preisuntergrenze. Das ist der Betrag, unter dem Selbstständige strukturell Verlust machen. Dieser Wert ist der Ausgangspunkt, nicht das Ziel.
Marktpreise liegen in vielen Branchen und Spezialisierungen deutlich über dieser Untergrenze. Der Kurs arbeitet beide Seiten aus: Was muss der Preis mindestens sein, und was kann er realistischerweise sein?
Wertbasierte Preisgestaltung ergänzt die kostenbasierte Kalkulation. Der wahrgenommene Nutzen für den Kunden ist ein eigener Preisfaktor.
Stundenabrechnung verlagert das Risiko auf den Kunden. Niemand weiß vorher genau, wie viele Stunden ein Projekt braucht. Das führt zu Unsicherheit auf beiden Seiten und häufig zu Diskussionen über einzelne Stunden.
Paketpreise definieren den Leistungsumfang klar. Der Kunde weiß, was er bekommt. Der Freelancer weiß, was er liefern muss. Das reduziert Konflikte und macht den Wert der Leistung sichtbarer als eine abstrakte Stundenzahl.
Der Kurs entwickelt Paketstrukturen, die zum jeweiligen Leistungsangebot passen, und zeigt, wie Grenzen des Leistungsumfangs klar kommuniziert werden.
Viele Freelancer kennen ihren richtigen Preis, nennen ihn aber nicht. Die Gründe sind vielfältig: Angst vor Ablehnung, das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen, oder Unsicherheit darüber, wie auf Nachverhandlungen reagiert werden soll.
Preisgespräche folgen erlernbaren Mustern. Der Kurs trainiert konkrete Formulierungen und Reaktionen auf typische Situationen. Dazu gehören das Nennen des Preises ohne Entschuldigung, das ruhige Halten des Preises bei Gegendruck und das Umleiten von Preisdiskussionen auf den Wert der Leistung.
Ein Angebot ist mehr als eine Preisliste. Es kommuniziert Professionalität, schafft Vertrauen und führt den Kunden durch die Entscheidung. Struktur, Sprache und Darstellung spielen dabei eine Rolle.
Der Kurs erarbeitet Angebotsvorlagen, die klar beschreiben, was im Leistungsumfang enthalten ist und was nicht, wie Zahlungsbedingungen formuliert werden und wie Folgeprojekte vorbereitet werden können.
Der Kurs ist als Intensivformat konzipiert. Neben der Vermittlung von Grundlagen steht die praktische Anwendung im Vordergrund. Rollenspiele, Kalkulationsübungen und Gruppenarbeiten wechseln sich ab.
Jeder Teilnehmende berechnet seinen eigenen Stundensatz und entwickelt eine erste Paketstruktur für sein Angebot. Das Ergebnis ist kein abstraktes Wissen, sondern ein konkretes Arbeitsergebnis, das direkt nach dem Kurs einsetzbar ist.
Praxisübungen im Kurs
Das Team beantwortet Fragen zu Inhalten, Terminen und Format.